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Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen

Broschüre "Zwischen Selbstzerstörung und Lebensfreude. Hinweise für die Suizidprävention bei jungen Menschen."

Neue Auflage  2014!   Gesamtumfang 46 Seiten. Diese Broschüre können Sie gegen eine Schutzgebühr von 3,00 € zzgl. Versandkosten bei jedem Arbeitskreis Leben (AKL) bestellen. Stichwort "Jugendbroschüre".

 

Epidemiologische Untersuchungenin EU-Ländern ergaben, dass die meisten Suizidversuche im Alter zwischen 15 und 25 Jahren unternommen werden. Suizid ist bei Jugendlichen unter 20 Jahren nach Verkehrsunfällen die zweithäufigste Todesursache. Ein weiterer Fakt ist, dass sich täglich drei Kinder und Jugendliche das Leben nehmen. Dabei begehen Mädchen dreimal soviel Suizidversuche wie Jungen, Jungen sind dabei aber dreimal so „erfolgreich“. Die Gründe hierfür liegen in der Art des Suizidversuchs. Junge Männer wählen oft so genannte harte Methoden (z.B. Suizid durch Erhängen oder Erschießen). Fakt ist auch, dass ca. 80% aller suizidalen Akte zuvor angekündigt werden. Wichtig ist auch, dass es eine nicht unbeträchtliche Zahl  an Todesfällen bei Jugendlichen gibt, die als „maskierter Suizid“ anzusehen sind. Hierzu zählen z.B. Verkehrstote und Drogentote, die sich den „goldenen Schuss“ verpassen.

Pubertät und Adoleszenz sind eine Zeit permanenter Krisen. Junge Menschen müssen sich mit verwirrenden biologischen Veränderungen auseinandersetzen, soziale Rollen müssen neu definiert werden und die Zukunft ist vor dem Hintergrund zunehmender gesellschaftlicher Verunsicherungen zu planen. Suizidphantasien und Suizidversuche treten in keinem  anderen Lebensabschnitt häufiger auf.

Ursachen und Auslöser

Nur jeder zehnte jugendliche Suizidant hinterlässt einen Abschiedsbrief. Dabei sind „Suizid oder der Versuch dazu, ist fast nie Ausdruck des Todestriebes, sondern ein Hilfeschrei bei gleichzeitigem Selbsterhaltungstrieb.“ (SCHÜTZ). Um der Frage des „Warum“ nachzugehen muss man zwischen Ursache und Auslöser unterscheiden. Ursachen liegen häufig in der frühen Kindheit: Zurücksetzen oder Vernachlässigung des Kindes, Misstrauen, ständige Kritik, eine angstfördernde Erziehung, zu hohe Leistungserwatung, belastende Familienverhältnisse oder auch traumatische Erfahrungen können Ursachen sein. Auslöser sind dann aktuelle Anlässe (wie Verlust eines Elternteiles, Probleme in der Schule, Übergang Schule-Beruf, erster Liebeskummer, Drogenprobleme…), die das Fass zum Überlaufen bringen.

Hilfen

Grundsätzlich gilt, dass, wer helfen will, geäußerte Selbsttötungsabsichten erkennen und ernst nehmen muss. Es ist wichtig zu erfassen, warum dem betroffenen Jugendlichen das Leben so unlebenswert erscheint. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass ein zum Suizid entschlossener junger Mensch nicht mehr von seinem Vorhaben abzubringen ist. Die meisten sind zwischen Leben- und Sterbenwollen hin und her gerissen. Meist dominiert jedoch der Lebenswille. Ansatzpunkte sind dem Jugendlichen das Gefühl zu geben „ich bin bereit dich zu akzeptieren“ und ihm Gelegenheit zu geben, sich auszusprechen „ich bin bereit dir zuzuhören“. Als nächster Schritt können dann eine Analyse der sozialen Situation und die eventuelle Einleitung sozialer Maßnahme erfolgen, um dann auch die psychologische Situation und Verhaltensalternativen zu besprechen.

Das macht auch deshalb Sinn, weil mit der Verhinderung suizidaler Handlungen im Jugendalter auch solchen im späteren Erwachsenenalter vorgebeugt werden kann. (SCHMIDTKE; SELL; WOHNER, LÖHR & TATSEK; 2005)

 

Hilfreiche Links

www.u25-freiburg.de Das Freiburger Online-Projekt. Hier gibt es E-Mail-Beratung für junge Menschen in Lebenskrisen durch gleichaltrige PeerberaterInnen und Foren, z.B. auch für trauernde junge Menschen nach einem Suizid. Darüber hinaus findet sich dort auch eine umfangreiche Infothek zu jugendrelevanten Themen.

www.youth-life-line.de Bei der Tübinger Online Jugendberatung finden Jugendliche und junge Menschen bis 21 Jahre in suizidalen Krisen Hilfe. Berater sind ausgebildete ehrenamtlich tätige Schüler und Studenten.

www.neuhland.de Die Homepage der Berliner Krisenberatungsstelle Neuhland. Hier gibt es Informationen für Jugendliche, Lehrer/innen und andere Zielgruppen zu unterschiedlichen Themen.

[aktualisiert am: 23.11.2016]

 

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